50 Jahre Rudern in Rinteln

Ein doppeltes Gründungsjubiläum gab beim WSV Rinteln zu feiern: Seit 65 Jahren besteht der Verein und seit nunmehr 50 Jahren die Rudersparte.  Am 1. April 1962 trat sie dem Deutschen Ruderverband bei. Dieser Tag gilt als das offizielle Geburtsdatum, jubiliert wurde aber erst einige Wochen später: Samstag ganz sportlich,  mit Freunden und Gästen bei einer 56-Km-Wanderfahrt von Bodenwerder nach Rinteln und anschließender Grillparty, Sonntagvormittag mit einem Empfang, zu dem zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Sport ins Bootshaus am Doktorsee gekommen waren. Bekannt und beliebt ist der gut 100 Mitglieder zählende Verein als Veranstalter bestens organisierter überregionaler Wanderfahrten auf vielen deutschen Gewässern und  auch in den Nachbarländern. Trotz des Schwerpunktes Wanderrudern und Breitensport hat der Club aber auch immer wieder erfolgreiche Rennruderer hervorgebracht. Die „gute und gelungene Jugendarbeit“ würdigte der Rintelner Ortsbürgermeister Friedrich-Wilhelm Rauch bei der Feier denn auch nicht nur mit Worten, sondern auch in Form eines Umschlags, den er dem WSV-Vorsitzenden Hans-Joachim Sieweke überreichte. Einen weiteren „quadratischen Blumenstrauß“ gab es von Friedrich Meier, dem Ehrenvorsitzenden des KSB Schaumburg. Es war sicherlich ein Glücksfall, dass ehemalige Wettkampfruderer den Weg nach Rinteln gefunden hatten und auf Gründung einer Ruderabteilung im WSV drängten“, resümierte Sieweke zu Beginn seiner Rede, in der er kurz Entwicklung nachzeichnete. 1960/61 wurden eine Schülerruderriege eingerichtet und die ersten beiden gebrauchten Boote gekauft; die Geschichte „Rudern in Rinteln“ nahm ihren Anfang. Als Bootshalle diente in den ersten Jahren eine alte Scheune. 1967 wurde mit viel Eigenleistung das heutige Bootshaus am Doktorsee gebaut, 1977 und 1983  kamen neue Hallen und die Werkstatt dazu. Aus dem Schülerrudern entwickelte sich ein lebhafter Sportbetrieb. Zahlreiche Regatten, zumeist in Nord- und Westdeutschland, wurden besucht, Siege eingefahren und Pokale geholt.  Für die rennruderisch erfolgreichste Zeit in der Vereinsgeschichte sorgten um die Jahrtausendwende herum Michael Ruhe,  der zwischen 1997 und 2004 Deutscher Jugendmeister, Eichkranzsieger,  mehrfacher Deutscher Meister, Junioren-Weltmeister, Vize-Weltmeister und bei den Olympischen Spielen 2004 Schlagmann im „Deutschland-Achter“ war, sowie die Brüder Hendrik Hobein (Junioren-Vizeweltmeister 2000) und Matthias Hobein (2003 Weltmeister im Leichtgewichtsachter) Höchst erfolgreich betätigte sich der WSV auch und gerade im Wanderrudern. Elf Mal belegte er im Fahrtenwettbewerb des DRV Platz 1, und der vom Nordwestdeutschen Regattaverband jährlich vergebene „Kaiser-Wilhelm-Pokal“ stand in keinem Bootshaus häufiger als in dem am Doktorsee.  Rund 600 Teilnehmer trafen sich dort, als der WSV 1983 und 1995 das DRV-Wanderruderertreffen ausrichtete. Ebenfalls zweimal fand hier das Niedersächsische Wanderrudertreffen statt, 1990, bei dessen Premiere, und ein weiteres Mal 2005.  Treibende Kraft war der langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende Friedrich–Wilhelm „Fred“ Hoppe. Der 74-jährige ist die personifizierte Vereinsgeschichte: Als Mitglied Nr. 7  erlebte er den WSV von Beginn an,  ab 1947 zunächst als Schwimmer und seit nunmehr 50 Jahren als Ruderer. „Länger als ich kann man nicht dabei sein“, erklärte er augenzwinkernd und präsentierte stolz die goldene Ehrennadel, die der DRV für ein halbes Jahrhundert Vereinszugehörigkeit verleiht.

Anne Schneller

Kommentieren

Zum kommentieren bitte einloggen.

Facebook

Get the Facebook Likebox Slider Pro for WordPress