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Coastal Rowing Lehrgang für Obleute

Wilhelmshaven. Dass das Rudern auf dem Meer eine Faszination hat, zeigte sich an der großen Zahl Interessierter, die Anfang Juli zu den beiden Tageslehrgängen in Wilhelmshaven zusammen kamen: Es waren insgesamt 32 Teilnehmer*innen aus 12 Vereinen.

Im Vorfeld gab es für den Leiter des Lehrgangs einiges zu organisieren. Zunächst musste natürlich eine entsprechende Anzahl an Coastal Rowing Booten nach Wilhelmshaven gebracht werden: Dank Iris Gerlach vom Bremerhavener Ruderverein wurden zwei Boote aus Stralsund per Anhänger geholt und mit zum Lehrgang gebracht. Ulli Kossack und Rainer Berns holten einen zweiten Anhänger mit einem weiteren Boot aus Bremerhaven. Die Boote konnten wir für den Zeitraum des Lehrgangs dankenswerter Weise in einer Halle des Wilhelmshavener Segelclubs unterstellen. Um die Boote ins Wasser zu bekommen, erhielten wir die Genehmigung vom Niedersachsen Port, eine Rampe am Nassauer Hafen für den Lehrgang zu nutzen. Und Dank des Wilhelmshavener Ruderclubs hatten wir ein geschichtsträchtiges und gemütliches Bootshaus als Ausgangsbasis, in dem wir auch noch hervorragend verpflegt worden sind.

Nun waren wir also alle startbereit und freuten uns auf die Ruderfahrt über den Jadebusen. Nach einem theoretischen Teil zum Rudergebiet, Navigation, Sicherheit usw. (als Küstenreferent war Christian Dingenetto vom Landes-Kanu-Verband Niedersachsen mit an Bord), wurden die Boote im Nassau Hafen abgeladen und für die Fahrt vorbereitet. Am Samstag dauerte dieses Prozedere noch etwas länger, da noch nicht jeder Handgriff saß. Aber als es dann losging, wurden wir direkt nach der Hafenausfahrt mit ordentlichen Wellen und salziger Gischt begrüßt. So hatten wir uns das Coastal Rowing vorgestellt! Der Wind blies mit 4 Bft aus Südwest, die Gezeitenströmung drückte entgegen, sodass die Wellen entsprechend steil waren.

Vor dem Leuchtturm Arngast bogen wir Richtung Dangast ab und je näher wir dem Strand kamen desto ruhiger wurde die See. Nach einer Rhabarberkuchenerfrischung im Dangaster Kurhaus traten wir die Rückruderfahrt nach Wilhelmshaven an, die viel weniger kabbelig wurde als die Hinfahrt.

Am Folgetag brachten wir die Boote schneller ins Wasser. Wegen Gewitterneigung waren wir früher gestartet und kamen vor dem Hochwasser mit Schiebewind in Dangast eher als am Vortag an, sodass wir im Schlick anlandeten und beim Ausstieg aus den Booten sofort knietief einsanken. Schnell wurden alle Boote gemeinsam auf den sicheren Strand gezogen und die Füße gereinigt. Kaum waren wir im Kurhaus, stürzte ein unwetterartiger Regen auf uns herab. Erleichtert und trocken geblieben freuten wir uns über das perfekte Timing. Die Pause reichte für den obligatorischen Rhabarberkuchen und wir starteten mit dem Wissen, dass sich um 18 Uhr bereits die nächste Gewitterfront angekündigt hatte – aber den Rückweg schafften wir ohne Zeitdruck. Nicht nur die DLRG begleitete uns winkend und fotografierend ein großes Stück, sondern auch ein Seehund, der immer wieder seinen Kopf steuer- und backbords aus dem Wasser streckte und uns beobachtete.

Kaum hatten wir die Boote im Nassauer Hafen verladen, ging das nächste Unwetter nieder. Wieder hatte das Timing gestimmt. Das war ein tolles Wochenende mit vielen bleibenden und inspirierenden Eindrücken vom Coastal Rowing, netten Ruder*innen und vielen anpackenden Händen.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden und Helfer*innen!

Svenja Alpen-Kühne als Teilnehmerin
Kai Basedow als Organisator