Schleuse Uelzen
Und das Highlight des Tages: wir bekamen eine Führung durch die Schleuse Uelzen. Das ist eine Doppelschleusenanlage, von der zur Zeit des WRTs das neuere, aus 2006 stammende Schleusenbecken, zur Sanierung gesperrt war. Grundsätzlich wird die Schleuse Uelzen von Anderten aus 24/7 Tage die Woche fernbedient. Aufgrund der Sanierung und der Nutzung des alten Schleusenbeckens aus 1976 wird Sie allerdings aktuell wieder von Uelzen aus bedient.
Herr Weike, langjähriger Mitarbeiter des WSA führte uns hinter die Kulissen.
Das Abstiegsbauwerk des 115 km langen Kanals gleicht die Wasserspiegeldifferenz von 23 m aus. Das derzeit in Betrieb befindliche Schleusenbecken ist 1976 bereits als sogenannte Sparschleuse angelegt worden. Bei einer Länge von 185 Metern und eine Breite von zwölf Metern hat das Schleusenbecken eine Gesamtwassermenge von 54.000 m³. Zur Verminderung des Wasserverlustes ist sie mit drei offenen Sparbecken, die terrassenförmig neben der Schleusenkammer angeordnet wurden gebaut worden. Dadurch werden rund 60 Prozent des Schleusungswassers für die nächste Schleusung wieder verwendet. Das restliche benötigte Wasser wird aus dem Oberwasser des ESK entnommen und nachts über ein Pumpwerk wieder ins Oberwasser zurückgepumpt.
Es war beeindruckend direkt neben dem Sparbecken zu stehen und zu erleben wie das Wasser aus den Becken rausgelassen wird und später auch wieder zurückgepumpt wird. Mit dem Ruderboot möchte man bei dem Wellengang jedenfalls nicht im Sparbecken sein. Vorbei an den Sparbecken führte uns Herr Weike dann aber in den Untergrund. Zunächst gib die Führung durch den Pumpenraum und dann wieder in den Turm nach oben in die Schleusenbedienungszentrale. Dann aber folge das echte Highlight. Durch die Sanierung war das Schleusenbecken II aus 2006 leer gepumpt und es ging noch näher an das Geschehen. Um die Durchgängigkeit des Elbe-Seitenkanals dauerhaft zu sichern und eine Steigerung des Schiffsverkehrs zu ermöglichen, wurde 2006 der Bau der zweiten Schleusenkammer fertig gestellt. Die Schleuse ist mit 190 Meter und mit 12,5 Meter nur geringfügig größer als das erste Schleusenbecken. Die Schleusungswassermenge ist um 5.000 m³ höher als bei Uelzen I und beträgt 59.000 m³. Gegenüber der alten Schleuse hat die neue Schleuse eine Sparbeckenebene mehr und kann daher insgesamt 70 % der Schleusungswassermenge zurückhalten. Der 200 Meter lange Grundlauf unterhalb der Schleusenkammer besitzt in seiner Decke 336 kreisrunde Fülldüsen mit 30 cm Durchmesser, über die die Schleusenkammer gefüllt und geleert wird. Jeweils zwei Längskanäle verbinden den Grundlauf mit dem Ober- bzw. Unterwasser. Zur Steuerung der Durchflüsse wurden insgesamt 20 Segmentschütze eingebaut. Das Füllen der Schleusenkammer dauert bei der neuen Schleuse ca. 14 Minuten, das Leeren ca. 12 Minuten. Alle diese Sachen, Fülldüsen, Segmentschütze, den unterirdischen Wasserdurchlauf von den Sparbecken zur Schleuse durften wir betreten, anfassen und begreifen.
Ein großer Dank für die fantastischen Eindrücke gebührt ganz gewiss Herrn Weike. Ein Mann, bei dem man merkt das er seinen Beruf liebt und in ihm aufgeht. Beeindruckend!
Ein Bericht und Bilder von
Cornelia Kampmann
aus dem Ruderverein für das Große Freie e.V. Lehrte/Sehnde
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